Sauerkraut und Kimchi, Saz und Posaune: In zwei verschiedenen Workshops wurde am vergangenen Samstag geschnibbelt, abgeschmeckt und probiert, musiziert, diskutiert und ausprobiert.

Der Nachmittag startete mit dem Workshop „Sauerkraut meets Kimchi“. Die Nachfrage nach dieser Fermentationsveranstaltung war groß, der Platz aber begrenzt. Die beiden Referent:innen Fabian und Kyungwon brachten Kisten mit Weißkohl, Chinakohl, rote Beete, Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und vielen Gewürzen mit sowie bereits fertig fermentiertes für die geplante Verköstigung mit. Eine bunt gemischte Gruppe von 16 Personen lauschte zu Beginn einem Vortrag zu der Geschichte der Fermentation (sehr alt), den gesundheitlichen Aspekten (sehr gesund) und den kulturellen Aspekten (sehr gesellig).

„Für Sauerkraut sollte unbedingt ein Einmachglas verwendet werden“, so Fabain. „Bei Kimchi ist das egal. Es besteht keine Gefahr, dass zu viele Gase entstehen, die nicht entweichen können. Das Glas wird eh vier Mal am Tag geöffnet. Zu jeder Mahlzeit essen wir in Korea Kimchi.“ Erwiderte Kyungwon und konnte so aufklären, weshalb Schraub- und Einmachgläser bereitgestellt wurden.

Anschließend wurde für den bereits in Stücke geschnittene, in Salz eingelegten und wieder abgewaschene Chinakohl eine Würzpaste hergestellt. „Achtet darauf, dass das Chilipulver aus Korea kommt. Das ist das Beste. Nicht zu fein und nicht zu grob“ bemerkte Kyungwon und gab ganze 500g des Pulvers in eine große Schüssel. Für einen ordentlichen Knoblauchgeruch sorgten 14 Zehen Knoblauch, abgerundet durch etwas Ingwer, Zwiebel, einen Apfel und eine Birne, welche eine gute Süße an das Kimchi bringen würden. Abgeschmeckt durch etwas Salz und eine am Morgen hergestellte Gemüsebrühe entstand eine feurig-rote Würzpaste. Alle Teilnehmenden konnten sich etwas von dem vorbereiteten Chinakohl und der Würzpaste nehmen und diese mit Handschuhen vorsichtig vermengen.

Nun ging es an die Herstellung des eigenen Sauerkrauts. Spielte beim Kimchi eine Waage keine Rolle, wurden hier erstmal alle Schüsseln gewogen, um zu wissen, wann ca. 950g Gemüse erreicht wurden und wie viel etwa 2% Salz in Gramm sind. Messer und Brettchen wurden bereitgelegt und das Gemüse mal feiner, mal gröber geschnittene. Verschiedenste Kombinationen waren möglich, ganz nach dem eigenen Geschmack. Mit dem Salz vermengt, wurde alles geknetet, bis etwas Saft aus dem Weißkohl austrat.

„Eigentlich ist meine Küche zu klein, um mit mehreren Personen zu kochen, aber das geht ja auch wunderbar am Wohnzimmertisch“ bemerkte eine Teilnehmerin. Auch Fabian schlug vor, sich doch in der Adventszeit nicht zum Plätzchen backen zu treffen, sondern zum gemeinsamen Fermentieren.

Nachdem noch verschiedene Gewürze wie Senfsaat, Kümmel, Paprikapulver oder geräucherter Chili untergerührt wurde, wurde alles in Einmachgläser gefüllt und mit Salzlake aufgefüllt.

Nebenbei trafen schon die Musiker:innen eines Posaunenchor ein, sowie Mitglieder der alevitischen Gemeinde, die an dem Workshop „Saz meets Posaune“ teilnehmen wollten. Einige schauten interessiert, was bei der Fermentation alles entstanden war und konnten an der zum Schluss stattfindenden Verköstigung mit teilnehmen. Die Teilnehmenden probierten das mitgebrachte Kimchi in vier verschiedenen Fermentationsstadien. Das brachte doch einige ganz schön ins Schwitzen. Da halfen die kleinen Bällchen aus Reismehl, Kürbis und geröstetem Sojamehl, Injeolmi genannt, die Kjungwon mitgebracht hatte. Die verschiedenen Fermente von Fabain hatten ganz andere Aromen und zeigten auf, was alle möglich ist.

Einige Teilnehmende des Fermentationsworkshops und Sängerinnen eines Chorwochenendes nahmen das Angebot eines kleinen Konzerts im Garten mit dem Posaunenchor und dem Saz-Spieler Awaz Bariş an und so trafen sich knapp 50 Personen im Garten. Ganz dem Motto des Projektes entsprechend „Brücken bauen – kreativ und nachhaltig“. Im Wechsel spielten der Posaunenchor und Awaz Bariş und es wurde mitgesummt und, wo der Text bekannt war, -gesungen. Ein schöner geteilter Moment über Grenzen der eigenen Bubble hinaus.

Einige Teilnehmende des Fermentationsworkshops und Sängerinnen eines Chorwochenendes nahmen das Angebot eines kleinen Konzerts im Garten mit dem Posaunenchor und dem Saz-Spieler Awaz Bariş an und so trafen sich knapp 50 Personen im Garten. Ganz dem Motto des Projektes entsprechend „Brücken bauen – kreativ und nachhaltig“. Im Wechsel spielten der Posaunenchor und Awaz Bariş und es wurde mitgesummt und, wo der Text bekannt war, -gesungen. Ein schöner geteilter Moment über Grenzen der eigenen Bubble hinaus. 

Nach dem kleinen Konzert blieben die 25 Teilnehmenden des Workshops „Saz meets Posaune“ unter sich und musizierten noch ein wenig im Garten. Danach gingen wir ins Haus und tauschten uns aus. Auf die Frage des Moderators, warum er im Posaunenchor spiele, antwortete einer der Teilnehmenden: „Ich spiele nicht, WIR spielen.“ Andere pflichteten ihm bei. Posaune spielt mensch zusammen und deswegen tun es so viele. Laut der Chorleiterin Sonja Ramsbrock sind die Zahlen der engagierten ehrenamtlichen Musiker:innen in den Kirchgemeinden stabil oder steigen sogar. Es geht nicht nur um Musik, waren sich Viele einig. Wir verbringen viel Zeit miteinander, ob jung oder alt, mehr oder weniger gläubig, Familie, Freunde oder nur Bekannte. 

Saz spielt für die alevitische Gemeinde eine wichtige Rolle. Egal welche Gelegenheit – Hochzeit, Trauerfeier, Geburtstag, Gottesdienst – es wird Saz gespielt. Menschen treffen sich, es wird gesungen, gesprochen, getanzt. „Welche Musik kann man mit Saz spielen?“ lautete eine der Fragen? „Mit Saz kann man alles spielen, auch Bella Ciao.“ So saßen wir alle zusammen und sangen auf Kurdisch und auf Deutsch Bella ciao. Sehr unterschiedliche Musikinstrumente, spielen jedoch für viele Menschen eine sehr ähnliche Rolle. An diesem Samstag konnten beide Instrumente helfen, viele Brücken zu bauen.