Rückblick auf das Get-together am 8. Oktober 2026 in der Wissenswerkstadt Bielefeld
Am 8. Oktober 2026 fand in der Wissenswerkstadt Bielefeld das Get-together des Projekts „Brücken bauen – kreativ und nachhaltig“ statt. Rund 50 Menschen aus der sozialen Arbeit, der kulturellen Bildung, der Integrations- und Migrationsarbeit, der Verwaltung und der Zivilgesellschaft kamen zusammen, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Kooperationen zwischen Einrichtungen mit unterschiedlichen Zielgruppen gelingen und Menschen außerhalb ihrer gewohnten sozialen Kreise erreicht werden können.
Organisiert wurde die Veranstaltung von den drei Projektpartnern Bildungsstätte Einschlingen, Kunsthalle Bielefeld und IBZ Friedenshaus e.V. Die Moderation übernahm Ogulcan Yumusat.
Begegnungen schaffen und Vorurteile abbauen
Nach der Begrüßung berichtete Dr. Adina Stinghe, Geschäftsführerin der Bildungsstätte Einschlingen, wie die Idee zum Projekt entstanden war. Anschließend stellte das Projektteam mit Mirek Bohdálek (Bildungsstätte Einschlingen), Nadine Kleinken und Samantha Pauwels (Kunsthalle Bielefeld) sowie Christiane Telles-Esseling (IBZ Friedenshaus e.V.) die bisherige Arbeit vor. Dabei blickte das Team auf sieben bereits durchgeführte Veranstaltungen zurück und berichtete über Erfahrungen aus der Zusammenarbeit.
Im Anschluss sprach Prof. Dr. Jonas Rees vom Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt der Universität Bielefeld über „Sozialpsychologische Gedanken zum Brückenbauen“.
In seinem Vortrag ging er darauf ein, wie schnell Menschen andere in Gruppen einteilen und zwischen „wir“ und „die anderen“ unterscheiden. Diese Einteilungen können Vorurteile verstärken und Distanz schaffen.
Anhand sozialpsychologischer Forschung erklärte Rees, unter welchen Bedingungen Begegnungen dazu beitragen können, Vorurteile abzubauen. Dabei spielen gemeinsame Ziele, Zusammenarbeit auf Augenhöhe und gegenseitiges Verständnis eine Rolle. Kontakt allein reicht jedoch nicht aus. Entscheidend ist, wie Begegnungen gestaltet werden.
Ein Gedanke blieb dabei besonders im Mittelpunkt: Brücken müssen nicht nur stabil, sondern auch zugänglich sein. Denn auch wenn Möglichkeiten zur Begegnung bestehen, bedeutet das nicht automatisch, dass Menschen sie nutzen.
Raus aus der eigenen Bubble
Nach dem Vortrag waren die Teilnehmenden selbst gefragt. Mithilfe farblich gekennzeichneter Namensschilder kamen Menschen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen in kleinen Gruppen zusammen. Sie tauschten sich darüber aus, welche Zielgruppen sie erreichen, welche Erfahrungen sie mit Kooperationen gemacht haben und mit welchen Einrichtungen sie sich künftig eine Zusammenarbeit vorstellen könnten.
Beim anschließenden Mittagsbuffet gab es Zeit, die Gespräche fortzusetzen und Kontakte zu knüpfen.
Am Nachmittag ging es in drei moderierten Gruppen um konkrete Erfahrungen und Herausforderungen aus der Praxis. Diskutiert wurden die Themen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Gewinnung und Beteiligung von Teilnehmenden sowie unterschiedliche Arbeitsrhythmen und Arbeitsweisen.
Die Projektverantwortlichen wechselten zwischen den Gruppen und brachten ihre Erfahrungen aus der Zusammenarbeit der drei Einrichtungen ein. Dabei ging es auch um die Frage, was Organisationen gemeinsam erreichen können, welche Ressourcen sie einbringen und wie sich unterschiedliche Arbeitsweisen miteinander vereinbaren lassen.
Unterschiedliche Zielgruppen, gemeinsame Erfahrungen
Die Zusammenarbeit zwischen der Bildungsstätte Einschlingen, der Kunsthalle Bielefeld und dem IBZ Friedenshaus e.V. diente dabei als Beispiel aus der Praxis. Die drei Einrichtungen haben unterschiedliche Arbeitsschwerpunkte und sprechen teilweise verschiedene Zielgruppen an. Im Projekt entwickeln sie dennoch gemeinsame Angebote, um Menschen über ihre Interessen miteinander in Kontakt zu bringen.
Auch in den Rückmeldungen der Teilnehmenden wurde dieser Aspekt aufgegriffen:
„Das Projekt zeigt, dass eine Zusammenarbeit gut funktionieren kann, auch wenn die Kooperationspartner ganz unterschiedliche Zielgruppen haben.“
Eine weitere Rückmeldung bezog sich auf die Erfahrungen des Projektteams:
„Raus aus der Komfortzone! Es war gut, von den Erfahrungen des Projekts zu hören und zu sehen, was entstehen kann, wenn man die eigene Bubble verlässt.“
Neben positiven Rückmeldungen gab es auch Anregungen für künftige Treffen. Einige Teilnehmende hätten sich mehr Zeit für den Austausch gewünscht.
„Für den Austausch war die Zeit leider zu kurz. Vielleicht könnten wir beim nächsten Mal schon mit konkreten Kooperationsideen kommen, wenn wir vorher wissen, wer dabei ist.“
Wie geht es weiter?
Das Get-together bot Raum, um Erfahrungen zu teilen, Kontakte zwischen unterschiedlichen Arbeitsbereichen herzustellen und über mögliche Kooperationen nachzudenken.
Das Projekt „Brücken bauen – kreativ und nachhaltig“ läuft in seiner aktuellen Phase noch bis Ende 2026. Gemeinsam entwickeln und erproben die Bildungsstätte Einschlingen, die Kunsthalle Bielefeld und das IBZ Friedenshaus e.V. Bildungsangebote in den Bereichen kulturelle Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Wir bedanken uns bei Prof. Dr. Jonas Rees für seinen Vortrag, bei Ogulcan Yumusat für die Moderation und bei allen Teilnehmenden für ihre Beiträge, Fragen und Rückmeldungen.
Wir freuen uns darauf, den Austausch fortzusetzen und mögliche Kooperationen weiterzuentwickeln.





















